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Mennonitengemeinde Weierhof
K.d.ö.R.

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Gewaltfrei im Krisengebiet Irak

Unser Beitrag zu den 36. Kirchheimbolander Friedenstagen

Marius van Hoogstraten von C P T (Chistian Peacemaker Team) war Gast auf dem Weierhof!

 

"Was wäre, wenn Christen die gleiche Disziplin und Opferbereitschaft für gewaltfreie Friedensarbeit aufbringen würden wie das Militär für die Kriegsführung ?

Diese Frage mag sich schon manche(r) von uns gestellt haben! Auch die Leute von CPT - und sie haben nicht nur gefragt, sondern beschlossen, aktiv für den Frieden einzutreten, wo immer sie gebraucht werden und wo immer sie die Möglichkeit sehen, Gewalt zu verhindern, Lösungen zu erarbeiten und Frieden zu stiften (Mt 5,9).

 

Marius van Hoogstraten ist Mitglied eines solchen Friedensstifer-Teams. Gleichzeitig ist er auch Mitarbeiter im Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee in Bammental, das die Arbeit von CPT unterstützt. Er war auf Anfrage gerne bereit, zu uns zu kommen und von sich und seiner Arbeit zu erzählen und zu referieren. In der Vorbereitung der Friedensgruppe wurde die Idee geäußert, ob er nicht am Nachmittag vor Schülern des Gymnasiums vortragen und mit diesen auch diskutieren könnte. Marius war einverstanden und so hat er am 11. November 2010 zwei Veranstaltungen mit und für uns bestritten.

 

Gegen 15 Uhr war die 13. Jahrgangsstufe in der Schulaula versammelt und wartete neugierig-gespannt darauf, was dieser junge Mann, der nicht viel älter als sie ist, zu erzählen hatte. Marius stellte sich kurz vor, dass er 24 Jahre sei, aus Amsterdam komme und Philosophie und Arabisch studiert habe. Und danach schilderte er Erlebnisse aus seinem zweimonatigen Einsatz im Norden des Irak und einem Einsatz im besetzten Westjordanland. Ein sehr plastisches Beispiel war die Beerdigung eines 17-jährigen Palästinensers, der am Tag zuvor von einer israelischen Militärstreife aus mehr oder weniger nichtigen Gründen erschossen worden war. Das CPTeam hörte von dem Vorfall und beschloss, dort hinzufahren und dazwischen zu gehen, da eine erneute, blutige Konfrontation zwischen israelischem Militär und palästinensischen Jugendlichen zu befürchten war. Ihre Anwesenheit habe dies wohl verhindert, denn die Dokumentation und die weltweite Veröffentlichung von Gewalttaten sei ein probates Mittel, um israelischen Soldaten an einem solchen Vorgehen zu hindern. Die Schüler wollten wissen, ob er nicht Angst gehabt habe, was Marius bejahte. Zwar seien nicht alle Einsätze gefährlich, aber dieser sei in der Tat sehr gefährlich gewesen. Viele Schüler fragten auch nach seiner Motivation für diesen Dienst und was etwa seine Eltern dazu sagen würden. Marius antwortete, dass seine Eltern nicht begeistert gewesen seien, als er ihnen seinen Entschluss, in einem CPT mitzuarbeiten, mitteilte. Aber sie hätten ihn letztlich gelassen und seine religös begründete Entscheidung akzeptiert. (Die Resonanz bei den SchülerInnen und ihr zwei Tage später im Unterricht erfolgtes Feedback waren sehr gut. „War sehr beeindruckt von diesem sympathisch-mutigen, jungen Mann.“)

 

Abends im Gemeindehaus freute sich Walter Rossol über 30 Zuhörerinnen und Zuhörer und begrüßte diese und Marius sehr herzlich. Auch hier stellte sich Marius kurz vor und begann dann sein Referat. Er holte weit aus und erklärte anhand einer Karte die nicht gerade einfachen politischen Verhältnisse im Nahen Osten. Die europäischen Kolonialmächte Frankreich und England hätten Grenzziehungen vorgenommen und hinterlassen, die ihren Interessen entsprachen, nicht aber den dort lebenden Menschen und Völkern. Nach diesem Exkurs erzählte er von seinen CPT-Einsätzen und den Erfahrungen und Erlebnissen. Sich in den Weg stellen und Gewalt mindern, möglichst verhindern, das sei die Aufgabe von CPT – sei es – wie oben geschildert – im palästinensischen Westjordanland oder im Nordirak, wo kurdische Dorfbewohner von rivalisierenden Gruppen drangsaliert oder gar beschossen würden und dringend eines internationalen Beistandes bedürften.

Im Gemeindehaus wurden Marius auch viele Fragen gestellt, ähnlich denen in der Schule, und er hat sie alle versucht zu beantworten. Abschließend hat er auch aus seiner Sicht die Lage dort beurteilt: Die Gewalt nehme scheinbar kein Ende, und deshalb, deshalb sei Friedensarbeit so ungeheuer wichtig - und er bittet darum die Arbeit von Friedensgruppen wie CPT - oder anderen - zu unterstützen:

Kreissparkasse Heilbronn BLZ 620 500 00 Kto 212 400 69 Stichwort: CPT

Kontakt: cpt

                  

  

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