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Mennonitengemeinde Weierhof
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Martin Luther King
Der Machtstruktur massiv entgegen treten!

Im Rahmen der Friedenstage 2009 hatte die Friedensgruppe unserer Gemeinde zum Vortrags- und Gesprächsabend eingeladen. Referent am Donnerstag, dem 3. Dezember  um 20 Uhr, war Alejandro Zorzin, der als Pastor in den Mennonitengemeinden Friedelsheim, Kohlhof und Altleiningen tätig ist.

Alejandro Zorzin referierte über den schwarzen Pastor, Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger Martin Luther King, mit dessen Leben und Werk er sich seit vielen Jahren beschäftigt. Über das historische Interesse hinaus habe ihn dabei auch immer die Frage bewegt, was wir Christen heute - 40 Jahre nach seinem Tod - von ihm lernen können.

Jede und jeder kenne die berühmte Rede von ML King, in der er seine Vision eines anderen Amerika vorgestellt habe. "Ich habe einen Traum, dass eines Tages  (...) die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können." Dieser Vision war die Bürgerrechtsbewegung ein Stück näher gekommen, denn die großen Protestmärsche in vielen Städten des Landes hatten die US-Regierung gezwungen, die bürgerliche Gleichstellung der Schwarzen gesetzlich zu garantieren. Aber die formale Überwindung der Apartheid - Schwarze konnten wählen und öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Universitäten frei besuchen - war noch nicht das, wofür ML King und seine Anhänger gekämpft hatten.  

ML King beklagte in einer großen Rede am Heiligabend 1967, dass sich sein Traum nicht nur nicht erfülle, sondern sich in einen Alptraum verwandle. Die US-Regierung tue nur sehr wenig um die desolate soziale Situation der schwarzen Bevölkerung in den Ghettos zu verbessern. Für den Vietnam-Krieg gebe diese Regierung Milliarden Dollar aus, für den Kampf gegen die Armut habe sie dagegen nur sehr wenig Geld. ML King fragte sich, was er bzw. alle christlich gesinnten Menschen angesichts dieser Lage tun könnten und sollten.  

Seine Antwort: Den Stimmlosen eine Stimme geben ("to give a voice to the voiceless") und den Weg des direkten gewaltlosen Handelns ("nonviolent direct action") gehen. ML King und seine MitstreiterInnen begannen in diesem Sinne mit der massenhaften Mobilisierung der Unterprivilegierten, mit denen sie nach Washington marschieren wollten. Die US-Regierung sollte auf diese Weise gezwungen werden, ihre Kriegspolitik zu ändern und sich den sozialen Verwerfungen im Lande zu stellen.

"Wir müssen der Machtstruktur massiv entgegen treten", so lautete die Erkenntnis von ML King. Sie war auch Ziel der geplanten Massendemonstrationen. Dass diese von einem Bundesgericht verboten worden waren, wurde von ML King und seinen Anhängern ignoriert, denn im zivilen Ungehorsam sahen sie das einzig wirksame Mittel der Unterprivilegierten, um in dieser fundamentalen Auseinandersetzung mit der US-Regierung und dem militärisch-industriellen Komplex zu bestehen und wesentliche Änderungen (Arbeitsplätze oder Einkommen, "jobs or income") zu erreichen.
Diese Kampfansage an die Regierung und den militärisch-industriellen Komplex kostete ML King das Leben. Am Abend des 4. April 1968 wurde er ermordet.

A. Hoffer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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