
Voller Erwartung und Hoffnung
machten wir uns den Weg nach Utrecht. Dort nehmen wir mit 9 anderen
Gemeinden an einem „Marktplatz offene Kirche der Stiftung „Leve de
Kerk“ teil. Diese Stiftung ist ein unabhängiger, unterstützender und
ökumenischer Verband von Freiwilligen, der sich als Hauptaufgabe
gestellt hat: Die Vitalisierung verschiedener Kirchengemeinden
mittels Austausch von Ideen über das Internet.
Gegen 11 Uhr kommen wir bei der Johannes-Kirche in Utrecht an und
stehen noch vor verschlossener Tür. Manchmal hat man doch Glück mit
dem Verkehrsaufkommen. Es dauert nicht lange und weitere
Standbetreiber treffen ein. Schon schnell verändert sich die Kirche
in ein wirkliches Markttreiben: Stimmen, Geräusche, Aufbau der
Stände, Probeläufe der Präsentationen, Klaviermusik, die einen
eindrucksvollen Nachmittag einläuten.
Die Veranstaltung wird vom Vorsitzenden Jos van Genugten eröffnet.
Er ruft uns auf uns um eine Kerze zu versammeln, die ein Teil eines
Stilllebens ist: Willkommen zusammen, bei uns selbst und bei Gott...
Nachfrage und Angebot treffen sich auf einem Marktplatz. Die
Einladung lautet: Macht gute Geschäfte. Kirche in der Krise? Wieso,
auch nach 2000 Jahren, gibt es uns noch. Wo Leidenschaft ist und
Glaubenserfahrung eingeladen wird sich zu zeigen, da geschehen noch
immer Wunder.
So langsam steigt die Spannung. Wie präsentieren sich die anderen
offenen und einladenden Gemeinden, was bieten sie an? Mit zwei
Reportern gehen wir über den Markt und jede Gemeinde hat die
Möglichkeit in einer kurzen Bekanntmachung ihr Erfolgsrezept, ihre
Möglichkeiten und Probleme im Streben danach eine offene und
einladende Gemeinde zu sein/werden, darzulegen.
Hier nun ein kurzer Eindruck der verschiedenen Gemeinden:
PKN Wijkgemeente Emmakerk, Soest
Öffnung nach außen: Gottesdienste werden als Live-Videosendungen
übers Internet ausgestrahlt und können auch herunter geladen
werden.
Noordoostpolder - Heilige Ireneus Parochie
Nach einer Zusammenlegung von 4 Gemeinden ergriff man die
Möglichkeit sich zu erneuern und daraus entstand: Die offene
gastfreundliche Gemeinde.
Protestantse wijkgemeente de Dorsvloer,
Spijkenisse
Mit Musik und Spiel wird Glauben zum Ausdruck gebracht und viele
junge Familien freuen sich über dieses Angebot. Ein Handfest der
Toleranz wurde mit der islamitischen Gemeinde unterzeichnet.
Grote Kerk, Emmen
Kirche und Kultur verstärken einander, machen einander möglich,
erhalten einander.
In Zusammenarbeit mit einer Stiftung werden Konzerte und
Ausstellungen organisiert.
Jongerenkerk Venlo
„Teilen, was du hast und teilen, wer du bist“; unter diesem Motto
werden offene Gottesdienstformen angeboten. Kunst, Kultur und
Religion verbinden um zusammen zu wachsen.
Elthetokerk Alblasserdam
„Klein und groß zugleich“, mit diesem Slogan präsentiert sich diese
Gemeinde, die aus verschiedenen Glaubensrichtungen zu einer Gemeinde
zusammen gewachsen ist.
Mariënburggroep
Diese Gruppe unterstützt aktiv Kirchengemeinden bei der
Selbstreflexion und Auswertung der Ergebnisse der Aktionen im Rahmen
der Gemeinde als Herberge bzw. der offenen Gemeinden. Wie ein
lebendiger Fisch schwimmt eine Gemeinde gegen den Strom.
Frater Andreas Parochie Tilburg
Unter dem Motto „Die Gesellschaft umarmt die Kirche“, will diese
Gemeinde ein sicherer Hafen ohne Mauern für Passanten,
Stadtteilbewohner und Mitglieder der Gemeinde sein.
Protestantse Kerk Lochem
„Over en weer“ (=“Hin und Her“) heißt das Projekt dieser
Landgemeinde. Mit verschiedenen Veranstaltungen wird versucht u. a.
die Verbundenheit der Menschen, das Kennenlernen der unmittelbaren
Nachbarn, das Interesse an gemeinsamen Fragen zu stimulieren.
Parochie H. Hart Oss
Künstler, Profis und Amateure, erzählen ihre Glaubensgeschichte an
einem von der Gemeinde vorgegebenen Thema und stellen in der Kirche
aus.
Samen Geloven Gewoon Doen (Zusammen
Glauben; sein wie/wer du bist)
Ökumenische Plattform für Menschen mit einer geistigen Behinderung
in der Kirche.
Isidorusweb
Anbieter für alle Fragen des Internetauftrittes von
Kirchengemeinden.
Jan Hendriks
Er gab uns diesen Slogan mit:
„Heimweh schaut zurück, Verlangen sieht voraus“. Wenn du das mit
Vertrauen ausstrahlst, lebt die Kirche.
Dann ist der Marktplatz eröffnet und wir werden eingeladen los zu ziehen. Zum Glück waren wir zu dritt und wir konnten uns zwei Projekte näher anschauen. Das Künstlerprojekt der katholischen Gemeinde aus Oss und das „over en weer“-Projekt aus Lochen haben uns sehr beeindruckt. Diese Ideen möchten wir gerne in den nächsten Gemeindebriefen vorstellen.
An unserem Stand hatten wir auch viel Besuch. Wir versuchten zu vermitteln, dass sich unser Glaube nicht nur auf den Sonntag beschränkt, sondern wir unseren Alltag zusammen mit unserem Glauben leben wollen. Wir stellten u.a. unser Samstagscafé, 2010 Zeit für Stille und das Seminarwochenende “Fair Leben“ vor. Unser Auftritt im Internet und das attraktive Angebot der verschiedenen Veranstaltungen tragen dazu bei Gäste zu begeistern. Ein Gemeindemitglied der Emmakirche aus Soest (zwischen Utrecht und Amersfoort) hat inzwischen Kontakt aufgenommen um mehr über Aufbau und Organisation des Fair Leben Events zu erfahren. Insgesamt gab es vieles zu sehen und zu hören; ein reger Austausch von Ideen und Erfahrungen hat stattgefunden. Es ist eine besondere Erfahrung unterschiedliche Glaubensgemeinschaften gemeinsam unterwegs zu sehen. Jede für sich ist eine besondere Herberge auf dem Weg der vielen Menschen, die an ihr vorbei ziehen.
Last Update
05.11.2010
Copyright © 2009 MG Weierhof| All
Rights Reserved
Design: Made in Austria | Author:
G. Wolfgang | Re-Design by W. Maas & S. Neff |
W3C XHTML 1.1 |
W3C CSS 2.0