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Mennonitengemeinde Weierhof
K.d.ö.R.

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An meine geliebte WEYERER MÜHL

 

Ich steh im Hof. Schau aufs Haus und denk dabei:

Was du schon alles erlebt hast, WEYERER MÜHL: Wohlstand und Armut, friedliche Zeiten und Krieg, Krankheit und Glück, Geburt und Tod.

 

Manchmal versuche ich mir vorzustellen wie’s damals war:

Als mit dem Pferdefuhrwerk die Eichenbalken kamen.

Als dein erstes Richtfest gefeiert wurde.

Wer die steile Treppe runtergefallen ist.

Und wie es sich angehört hat, als das Mühlrad unter meinem Zimmer im Haus noch lief.

 

Wenn das Hoftor und die Haustür zu sind. Unser Hund im Flur liegt. Und ich mir deine stabilen Balken anschaue, dann hab ich unter deinem Dach ein sicheres Gefühl. Alle Wetter gehen über dich hinweg. Feuer ist das einzige, was dich bedrohen könnte.

 

Manchmal finde ich dich anstrengend. Deine Sprossenfenster sind nicht leicht zu putzen. Dein Hof nicht leicht zu fegen. Du hast Winkel und Fugen mit manchmal eklig großen Spinnen. Viele Verstecke gibt’s in dir. Du bist ein Kinderparadies und urgemütlich.

 

Meine Eltern sind dabei dich an einigen Ecken zu sanieren. Du bist ein geschütztes Denkmal und darum nicht billig. Dich und all deine Geschwister auf dem Weierhof fotografieren sogar Leuten aus Amerika und Japan. Dann sind wir ganz schön stolz auf dich und auch ein wenig stolz, weil wir in dir wohnen dürfen.

 

Du bist nicht der einzige historische Hof in unserm Dorf. Eng steht dein Bruder „INS ULIS“ neben dir. Bist du neidisch, wenn dort heute mehr gefeiert wird als bei dir?

 

Du bist mein Elternhaus. Das wirst du immer bleiben. Auch wenn ich mal ausziehen sollte. Aber noch leb ich unter deinen Dächern mit meiner Familie und unseren Tieren. Was hältst du davon, dass der Misthaufen nicht mehr im Hof ist? Und dass ein PC bei dir eingezogen ist?

 

Text von Anna König und Walter Rossol, zum Tag des offenen Denkmals am 13.09.2009, Gottesdienst, Mennonitengemeinde Bolanden-Weierhof

 

 

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