

Im 4. Jahrhundert n.
Chr. kam ein Schüler zu dem Wüstenvater Arsenios mit der Frage:
„Was muss ich tun, um das Leben zu gewinnen?“ Arsenios antwortete: „Fliehe,
schweige, ruhe!“
Um zum Wesentlichen
vorzudringen, ist es bis heute notwendig, der Welt mit ihrem Lärm und allen
Besitz ergreifenden Ansprüchen wenigstens zeitweise zu entfliehen. Menschen
möchten in die „Wüste“ gehen um leer zu werden. Sie wünschen sich zu hören und
wahrzunehmen, was das Leben bzw. Gott ihnen zu sagen hat. „Ruhig und still ist
meine Seele, ich lehrte meinem Herzen den Frieden. Wie ein gestilltes Kind auf
dem Schoße seiner Mutter, so ruht in mir meine Seele.“ (Nach Psalm 131).
Still werden:
Nichts tun und wollen, nichts denken,
ganz da sein im Augenblick, ausruhen in der bergenden Gegenwart Gottes,
wie ein leeres Gefäß sein: „Hier bin ich, Gott, so bin ich. Dir gehöre ich. Bitte fülle mich.“
Das ist so einfach und doch so schwer!
Um in Zeiten der Stille hinein zu führen, hat eine Initiative verschiedener christlicher Kirchen, Werke und Einrichtungen für 2010 zum „Jahr der Stille“ aufgerufen. Es geht um Hilfestellungen: Nicht „Stille“ in der Hektik des Alltags zu „machen“, sondern aus ihr zu leben und aus einer veränderten Haltung heraus dem Alltag zu begegnen. Die Chancen dazu liegen im ganz einfachen Ausprobieren.
Als Vorstand hat uns dieser Gedanke „angesprungen“. Wir haben etliche Ideen gesammelt, wie wir in unserer Gemeinde Stille üben können. Das ganze Jahr 2010 wird es dazu sehr verschiedene Angebote von unterschiedlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geben.
Veranstaltungen finden Sie hier.
Wir nennen das Ganze übrigens „Zeit für Stille“, denn wer weiß, vielleicht möchten wir uns ja auch über dieses Jahr hinaus in der Stille üben.
Carmen Rossol